|
Der Trip „2010
Indonesien“ verlief
ziemlich unglücklich, deshalb waren meine Erwartungen an die nächste
Tauchsafari „Gipsy & Friends“ hoch. Das Reich der „zahmen“
Mantas bei den „Islas Revillagigedos“ (auch genannt das
„Galapagos von Mexiko“), eine kleine Inselgruppe 350 km
südwestlich vor der Küste der Baja California im Pazifik,
war das Ziel.
Neben einem vielversprechenden Kreuzfahrtschiff, der „Nautilus
Explorer“ (unter kanadischem Management!), sprachen die Berichte
im Internet von hautnahen Mantabegegnungen, Delphinen und Haien satt
– das las sich im Vorfeld schon mal super gut.
Ende Januar 2010
Die Planungen standen +-, Unterkünfte waren gebucht, Rechnungen
waren bezahlt, das Reisefieber stieg.
Warum sollte aber Alles problemlos über die Bühne gehen? Das
Pech der letzten Reise setzte sich im Kleinen erst mal fort. Allen war
bei den Hotel- und Flugbuchungen das Ankunftsdatum des Schiffes irgendwie
durch die Finger gerutscht. Es kam einen Tag früher wieder in Cabo
an, als lange Zeit gedacht. Das bedeutete eine zusätzliche Übernachtung
in Cabo; Pech für die, die früher weiter- / heimflogen, Flugumbuchungen
waren nicht mehr möglich.
Intensive Diskussionen im Vorfeld vor allem zum Thema „Gepäck“
– unterschiedlichste Darstellungen v. a. im Internet.
Kurz vor Abflug:
Eine Vorbesprechung beim „Hirzinger“ im Keller – super
nett. Die Spannung stieg, geniale Fragen wie „was kostet eine
SMS vom Schiff aus“ legten Slow Dive fast still.
Anreise:
Wintereinbruch in Bayern!
Abfahrtszeit zum Flughafen auf 3 Uhr in Bad E vorverlegt - Aufstehen
um 2 Uhr, Zwischenstopp mit Kaffe in Bad Endorf und dann weiter zum
Flughafen MUC.
Hier
ging dann der spannende Teil der Reise los. American Airlines nutzt
als Zubringer British Airways. Hier am Schalter zuerst einmal Diskussionen
über das Gepäck – Two Pieces oder, wie bei British Airways
normal, 1 Gepäckstück - Mehrgepäck gegen Bezahlung ?.
Nachdem diese Frage doch noch zu unserer Zufriedenheit zu lösen
war, die nächsten Probleme. Unsere„Nachbucher“ waren
ab London auf einen späteren Flug gebucht, der das Erreichen des
Anschlussfluges in Dallas schwierig machte. Eine Umbuchung war nicht
mehr möglich!
Einige Mitreisende waren besonders clever – Check In am First
Class Schalter und „Durchchecken“ des Gepäcks bis Cabo
– uns war gesagt worden, wir müssten unser Gepäck in
Dallas vom Band nehmen und neu aufgeben. Na ja – es gab dann Taucher
ohne Gepäck in Cabo! Neu gekaufte Tauchcomputer (Mares Icon HD)
werden zukünftig sicher auch nicht mehr ins Tauchgepäck gepackt,
nicht wahr Guido?
Mit 1 Std. Verspätung wegen der Wetterbedingungen (Enteisen…)
ging’s dann los. Flug nach London 2 Std. (Zeitverschiebung), in
Heathrow (Regen!) mussten wir von Terminal 5 zum Terminal 3. Dort Riesenschlangen
an der Security, wir – keine Boardingcard und wenig Zeit bis zum
Abflug! Eine freundliche AA-Angestellte lotste uns an der Schlange vorbei
– die Durchsuchungen waren genauer als später in den USA
selbst! Im Laufschritt ging‘s dann zum Gate – Boardingcards.
Hier Aufregung – "Doc" wurde der Abflug verweigert,
seine ESTA-Daten waren ungültig (er hatte statt einer 0 ein O eingegeben).
Unser "Jefe" der protestierte, hätte auch fast in London
bleiben müssen. Glücklicherweise ließ sich das Problem
lösen und das ESTA-Opfer kam dann zusammen mit den "Nachbuchern"
(die noch eine Stadtrundfahrt eingeschoben hatten) im nächsten
Flieger nach. Nicht ohne war auch die Frage des Gepäcks von Doc,
es war ja bereits aufgegeben worden – letztendlich ging er ohne
auf’ s Schiff.
American Airlines – ältere, unfreundliche Stewardessen, Essen
genießbar, Unterhaltung – forget it. Aber – wir waren
im Flieger!!!
Nach
11 Std. Flug Landung im verschneiten! Dallas. Erste Checks per SMS,
ob die anderen von London aus losgekommen waren. Es hatte geklappt,
das Zeitfenster zum Erreichen des Anschlussfluges nach Cabo reichte
aus.
Einreise in die USA mit Fingerscan und Foto – es war klar. wer
immer rausgezogen wird.
Gepäck vom Band und 50 m weiter wieder aufgegeben - unsere Infos
waren richtig gewesen. Fahrt mit dem „Skytrain“ zur Besichtigung
des Flughafens, dann Guinness (10,50 US$) und Chicken Wings (10 US$)
im Irisch Pub.
Flug
Dallas nach San Jose del Cabo ca. 2,5 Std. Sehr enge Bestuhlung, aber
ich konnte schlafen. Einreise schnell und ohne große Formalitäten.
Gepäck – die Nerven lagen nach dem langen Flug teilweise
etwas blank, aber es kam fast alles an. Die "First Class-Einchecker"
blieben ohne Gepäck, es sollte auch nicht mehr rechtzeitig ankommen.
Neben dem Förderband fanden wir noch die Koffer von Freunden, die
am Vortag angereist waren – sie wurden rechtzeitig noch ins Hotel
nachgeliefert.
Der gebuchte Transfer zum Hotel (ca. 0,5 – 0,75 Std.) klappte
natürlich nicht – wir bezahlten ca. 200 US$ für 2 Sammeltaxis.
Ewig langer Check In im „Hotel Tesoro“, Zimmer 523 neben
der Baustelle – war aber nach der langen Reise (insges. ca. 30
Std.) kein Problem. Einie zogen in der Nacht noch los.
Abfahrtstag:
Aufstehen um 6:20 Uhr, 7 Uhr Frühstück auf der Terrasse. „Huevos
Rancheros“ als Begrüßung in Mexiko. Der deutliche Hinweis
des Personals auf Trinkgelder zeigte auch gleich, dass wir in einer
Touristenhochburg gelandet waren.
Am Gepäckproblem unserer 3 Problemkinder hatte sich nichts geändert.
7:45 Uhr Abholung des Gepäcks, anschließend ein kurzer Fußmarsch
zum Schiff, Begrüßung und Einschiffung. Unsere 3 Gepäcklosen
fuhren zum Shoppen, Tauchzeug bekamen sie aus dem Fundus der Nautilus.
Die „Nautilus Explorer“ und ihre Crew machten einen sehr
guten ersten Eindruck, der sich während des Trips bestätigen
sollte. Bei warmem Wetter und bewölktem Himmel legten wir um 10:40
Uhr ab, ein opulentes 2. Frühstück begleitete den Beginn der
Fahrt.
Eine
große, trockene Kabine mit 2 getrennten Betten, eigener Dusche
und genügend Stauraum. Das Tauchdeck ziemlich groß, durch
das Aluminiumboot während der Fahrt ausgefüllt. Das „Hot
Tub-Deck“ mit einigen Stühlen und dem Zugang zu den oberen
Kabinen. Das Sonnendeck mit Liegen ohne Auflage war durch die Rohre
zum Ballasttank kaum nutzbar – es schwappte immer wieder Wasser
durch die Gegend.
Im
Laufe des Tages gab es mehrere Briefings, eine Sicherheitsübung,
abends beim Film über die Mantas schliefen fast alle ein.
Tauchen:
Am nächsten Tag Ankunft um ca. 10 Uhr in „San Benedicto“.
Eine Vulkaninsel (letzter Ausbruch 1953) mit 3 Tauchplätzen. In
den nächsten Tagen gab es täglich 3 bis 4 Tauchgänge,
aufgrund der Tiefen war Nitrox ein Muss (120 US$ / Trip). Lufttemperatur
ca. 26° C, Wasser ebenfalls – nach rel. kurzer Zeit hat mich
beim Tauchen aber trotzdem gefroren – ein Hoch auf den, der den
Whirlpool erfunden hat. Eine heiße Sitzung nach dem TG [die Lehrmeinung
zu Dekogefahren wurden schnell zur Seite gelegt] vertrieb die Kälte
sehr schnell.
Angesagt war freies Tauchen ohne Beschränkungen; die Guides machten
ihre eigenen Tauchgänge (Peter – Fotos!).
Begleitet waren die Tage vor „San Benedicto“ durch „Whale
Watching“. Insbesondere Mario war häufig im Wasser, um schnorchelnd
die vorüberziehenden Buckelwale zu verfolgen. Mit Folgen –
bei einem Sturz an Deck bekam er eine tiefe Risswunde im Ellenbogenbereich,
der Schleimbeutel kam schon raus. Nach einer Behandlung durch unsere
Docs und mit Hilfe diverser Plastiktüten konnte er aber mit kleinem
Handicap weiter tauchen.
Nicht erlaubt sind Taucherlampen, Messer und Handschuhe. Ablauf an Bord
hochprofessionell – Nitroxtest durch Crew – Aufkleber; Jackets
nach TG mit Süßwasser abgespritzt, nach TG Wasser, Tee, frische
Handtücher…
Tauchplatz
„Canyon":
Ein UW Plateau auf ca. 30 m. Reines Vulkangestein, keine Korallen. An
der Südspitze ziemlich sicher Hammerhaie, als Hauptattraktion aber
die „zutraulichen“ Mantas, die sich anfassen und streicheln
lassen. Die 2 Docs haben sich manchmal leicht vertaucht. Der Gesang
der Wale war unter Wasser teilweise ziemlich penetrant.
Tauchplatz
„Boiler":
Ein UW Felsen, der bis knapp an die Oberfläche reicht. Etwas Strömung
und ziemlich Dünung, schlechte Sicht.
Beim Hinschwimmen zur gesetzten Boje haben uns Strömung und Wellen
das Leben ziemlich schwer gemacht, beim 2. TG ging‘ s dann auch
ins Zodiac. Dünung und Strömung brachten einige leicht in
Schwierigkeiten; Hilla schloss sich uns an, als ihre Gruppe unfreiwillig
den Freiwasseraufstieg wählte, einer unserer TL's wurde aus 20
m durch einen Kamin an die Oberfläche katapultiert und schwächelte
die folgenden Tage deutlich.
Tauchplatz
„Pedro’s Playground":
Ein Küstentauchplatz im Westen der Insel. Interessant ist die Unterwasserlandschaft
(ähnlich Mittelmeer), Fische gab‘ s ziemlich wenig. Der Tauchplatz
wurde als Abwechslung zum „Canyon“ nur 1 x angefahren.
Das Problem war, dass die (2-3) Tauchplätze um die Insel „Socorro“
vom Militär gesperrt waren und deshalb ein Tauchen dort nicht möglich
war.
Nach
15 Tauchgängen ging es, dank ruhiger See, ca. 150 km Richtung Westen
zum „Roca Partida“.
Tauchplatz
„Roca Partida“ [geteilter Felsen]
Die guanobedeckte Spitze eines unterseeischen Vulkans, mitten im Pazifik
gelegen. Anziehungspunkt pelagischer Arten. An der Nord- und Südspitze
jeweils eine Putzerstation auf etwas über 30 m. Alle Arten von
Haien, einzelne Mantas und Delfine patrollieren vorbei.
An der Nordseite einige Überhänge und kleine Höhlen mit
ruhenden Weißspitzenriffhaien. Beste Tauchzeit –Vormittags.
Rückfahrt:
Letzter Tauchtag am 19.02., dann Tauchklamotten… zum Trocken aufhängen,
Bezahlung (ca. 200 US$ - Nitrox, Bier, 2 T-Shirts, Lotterie) der Rechnung…
Um 22 Uhr Beginn der Rückfahrt Richtung Cabo (ca. 28 Stunden!).
Teilweise raue See!
Ankunft in Cabo am 21.02. um ca. 2 Uhr nachts. Frühstück um
7:45, eine Stunde später von Bord. Hier verlief sich dann alles
ziemlich schnell.
Cabo San Lucas:
Eine Touristenhochburg der Amerikaner – Spring Holidays und Urlaubsaison
im Spätherbst . Im Februar absolute Nebensaison.
• 2 Ausflüge mit dem Mietwagen (190 US$); Einkauf von „Ersatzteilen“
beim WalMart.
• Frühstück im „Cafe Canela“ (Pancake…);
Abendessen bei Ruth Chris (Steak; ) oder im Shrimphouse.
Heimflug:
Problemloser Transfer zum Flughafen, Einchecken nach intensiver Gepäckkontrolle
bei einer extrem freundlichen Senora am Schalter.
Flug über die Ostseite der Baja nach Los Angeles. Einreise in die
USA und Gepäckhandling (gelben Fleece liegen gelassen) wie gehabt,
Weiterflug nach Heathrow. Dort wieder Stress zum Erreichen des Anschlussfluges
nach München.
Fazit:
Teure Reise, aber viele Hammerhaie, Mantas, Delfine gesehen. „Kleinzeug“
und Korallen fehlen. Schiff sehr zu empfehlen. Gut – die „Urlaubstage“
in Cabo. Reisezeiten sind sehr lang. Die Gruppe war mit 24 Leuten ziemlich
groß!
|